Das Ende beginnt ...  

                       

Ein klarer, blauer Himmel liegt hoch über den Hügeln,

durch die sprossenden Bäume blinzelt die Sonne

und in der heiteren Atmosphäre des Luxus

leben sie in ungehemmter Lebensfreude.

 

Eine laue Frühlingsbrise läßt die Schatten tanzen,

und nur der Hauch von Kloake

steigt aus der Stadt empor,

dort‚ wo Hunger und Elend hausen.

 

Immer häufiger blicken die Menschen

zu den fernen Hügeln.

In ihren Augen stumme Anklage,

in ihren Gebärden etwas drohendes.

 

Ihre Erbitterung wächst Tag um Tag,

an denen ihr eure Hilfe verweigert,

mit hohlen Floskeln bloßer Versprechen,

mit Almosen,die nur ihre Abhängigkeit vergrößern.

 

Und sie rotten sich zusammen,

die einstigen Sklaven.

Derbe Hände ballen sich zu Fäusten

und ihre dunkelen Stimmen werden wild.

 

Sie ziehen durch die engen, dunkelen Gassen,

anschwellend wie tosende Wellen.

Erste Feuerzungen lecken gierig,

säumend den Weg der Rasenden.

 

Lauf, Bacchant, lauf schnell zurück

und warne die Selbstgefälligen,

es geht etwas vor in der Stadt,

der Umbruch ist nah.

 

Sehet gen Himmel, das aufsteigende Dunkel,

lauschet den Winden, dem brausenden Raunen,

riechet die Luft, den beißenden Rauch,

fühlet die Hitze, den glühenden Haß.

 

Unterbrecht jede Bewegung, steht still, 

noch könntet ihr besänftigen.

Wenn ihr nur hinhörtet, ihr Narren,

der Mob rebelliert!

 

Schwarz sind ihre Banner

und blutig ihre Waffen,

ihre Schreie erfüllen die Luft.

Tod und Untergang rücken vor.

 

Hört doch endlich hin, ihr Narren,

ihr würdet das gellende Auflachen

des apokalyptischen Gottes hören,

in seinem Vierspänner herandonnernt.

 

Seinen wutschnaubenden, schweren Rössern

noch vorauseilend seine vier Boten:

Haß, Amok, Tod, Chaos,

im allesvernichtenden Galopp stürmend.

 

Sie erzeugend hetzen die Besessenen

die Hänge zu euch empor,

des Orkus wilde Scharen,formierend

eine Phalanx infernaler Todestriebe.

 

Mit flammenden Augen,

mit blutigem Geifer tropfenden Fängen,

in den hageren Klaueh Waffen umkrampfend,

brechen sie gegen die Mauern eurer Paläste.

 

Hochauf türmt sich die Flut,

wie entfesselte Wogen schwarzer Sturmnacht,

rotglühend vom Feuer, das sie bringen,

um einzureißen die Mauern eurer Ignoranz.

 

Risse zeigend, brechen die gemauerten Schranken

und die archaischen Horden uberfluten die Haine.

Nun ist‘s zu spät,ihr Narren,

der Mob regiert.

 

Jahrhundertealte Bauwerke,

errichtet von hochmütigen Herrschern,

erbeben unter der Wucht der Antürmenden,

einstürzend mit dumpfen Krache.

 

Unter ihnen begrabend

die eitlen Nachfahren jener,

die sie mit Schweiß und Blut

ihren Volke abpressten.

 

Eure Saat ist aufgegangen,

nun erntet,auf das aus zerfetzten, aufgerissenen Körpern

der Hauch eures erbärmlichen Lebens.

schmählich zitternd von euch flieht.

 

Das lodernde Flammenmeer

verzehrt die morschen Trümmer,

und niemand vermag der exzessiven Zerstörungslust Einhalt gebieten.

 

In diesem flammenden Fanal

zerbröckelt die Statue eures Lustgottes,

und das entsetzliche Anglitz

der Rachegöttin kommt zum Vorschein.